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Legendäre Spiele
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Brieftauben mit Falschmeldung
Hannes Schulte hatte es schon vorher gewusst. 1:3 lag die Turngemeinde Arminia Bielefeld im Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft zurück, doch den in dieser Partie nicht eingesetzten Torwart focht das nicht an. In der Halbzeitpause ließ er seinen Hut rumgehen und nahm Wetten in jeder Höhe auf einen Bielefelder Sieg an.
Es war der 22. April 1923 und das Essener Uhlenkrug-Stadion mit 35.000 Menschen gefüllt. Nachdem die Arminen ein Jahr zuvor den Westdeutschen Titel am Grünen Tisch gewonnen hatten, wollten sie den zweifelhaften Triumph nun sportlich bestätigen, aber dann lief im Finale gegen TuRu Düsseldorf zunächst alles schief. Derart überlegen agierte der Gegner, dass die Düsseldorfer Brieftauben in die Heimat entsandten, mit der eindeutigen Botschaft „Sieg sicher!“
Jedoch hatte sie die Rechnung ohne den Bielefelder Kampfgeist gemacht, und so rettete sich Arminia durch Treffer von Wagner in die Verlängerung, in der Willi Pohl das umjubelte Siegtor gelang. Und Hannes Schulte, der hat an diesem Tag einen hübschen Reibach gemacht.
Sonnenschlacht im Preußenstadion
Nach den „Goldenen Zwanzigern“ haben die Arminen wechselhafte Zeiten durchlebt, und es dauerte bis nach dem Zweiten Weltkrieg, dass sie wieder für den ganz großen Wurf bereit waren. In der Aufstiegsrunde zur Oberliga West traf der DSC 1949 auf den VfL Witten und die SpVgg Herten.
2.000 Bielefelder begleiteten ihr Team am 17. Juli zur letzten Partie gegen Witten in Münster, die als „Sonnenschlacht im Preußenstadion“ in die Geschichte einging. Ausgerechnet auf dem heiligen Rasen des westfälischen Erzrivalen köpfte Helmut Hasse das entscheidende 1:0, wonach die Begeisterung nicht nur im Stadion, sondern auch in der Heimat keine Grenzen kannte.
Um die frohe Kunde aus Münster zu verbreiten, wandelte der bekannte Bassbariton Richard Cappelmann während einer Aufführung der Operette „Der Bettelstudent“ seinen Text kurzerhand ab und schmetterte als Oberst Ollendorf den ebenso überraschten wie begeisterten Zuhörern den Hit des Tages entgegen: „Hätt’ der Hasse nicht geschossen...“




















